Die Universitätsstadt Tübingen hat eine lange Tradition als Zentrum für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Während bisher die renommierte Kunsthalle Tübingen die erste Anlaufstelle für Kunstliebhaber war, bereichert nun eine neue Institution das kulturelle Angebot der Stadt: das Neue Kunstmuseum Tübingen (NKT). Dieses privat finanzierte Museum verspricht, mit einem innovativen Konzept und hochkarätigen Ausstellungen weit über die Region hinaus zu strahlen.
Ein visionäres Projekt mit privater Finanzierung
Das NKT ist ein bemerkenswertes Projekt, das in einer Rekordzeit von nur 14 Monaten realisiert wurde. Der private Kunstverlag Art 28, unter der Leitung von Bernhard Feil und Stephen Hamann, errichtete das Museum auf seinem Firmengelände – komplett ohne öffentliche Gelder. In einer Zeit, in der Kulturförderung oft auf dem Prüfstand steht, ist dies ein seltenes Beispiel für ein privat finanziertes Museum, das einen offenen Zugang zur Kunst ermöglicht.
Ein weiteres Highlight: Das Museum wird durch eine neue Regionalbahn-Haltestelle direkt vor der Tür besonders gut erreichbar sein. Mit 100.000 Besuchern pro Jahr rechnet Feil, und er hat eine klare Vision: Das NKT soll mehr sein als eine klassische Ausstellungshalle – es soll ein lebendiger Begegnungsort für Kunst, Kultur und Austausch werden.
Spektakulärer Auftakt mit Udo Lindenberg
Den Startschuss setzt das NKT mit der Ausstellung „Udo Lindenberg: Panik in Tübingen – 30 Jahre Malerei“, die am 8. März eröffnet wird. Der bekannte Musiker und Maler bringt seine einzigartigen Kunstwerke in die Neckarstadt und sorgt so für eine medienwirksame Premiere. Lindenberg, der mit seinen farbenfrohen, humorvollen und gesellschaftskritischen Werken bereits große Erfolge feierte, passt perfekt zum Konzept des NKT: Kunst, die Lebensfreude vermittelt.
Ein Museum für Optimismus und Lebensfreude
Das Programm des NKT zeichnet sich durch eine besondere Auswahl an Künstlern aus. Hier sollen Werke gezeigt werden, die Optimismus, Humor und Lebensfreude vermitteln. Neben Udo Lindenberg stehen 2024 auch Peter Gaymann, Anne Geddes und James Rizzi auf dem Ausstellungsplan. Diese Künstler sind bekannt für ihre positiven und zugänglichen Arbeiten, die Menschen verschiedener Generationen ansprechen.
Ein besonderes Highlight folgt im Herbst: die Eröffnung des Rizzi-Ateliers als ständige Ausstellung. Der Kunstverlag Art 28 besitzt die weltweit größte Sammlung von Werken des Pop-Art-Künstlers James Rizzi. Auch die berühmten Werke von Janosch und Otmar Alt sind Teil der Sammlung. Damit wird das NKT zu einer bedeutenden Adresse für farbenfrohe, lebensbejahende Kunst.
Mehr als ein Museum: Ein multimediales Erlebnis
Ein weiterer innovativer Aspekt des NKT ist die multimediale Aufbereitung der Ausstellungen. Die Kunst wird nicht isoliert präsentiert, sondern in die Lebenswelt der Künstler eingebettet. Interaktive Elemente, Filmvorführungen und Live-Acts sorgen für ein dynamisches Erlebnis, das Kunst und Kultur für Besucher aller Altersgruppen zugänglich macht.
„Wir verstehen uns als eine aktive Begegnungsstätte für alle Kunst- und Kulturinteressierten“, erklärt Feil. „Ein Ort für Talk, Musik, Film und kreative Auseinandersetzung.“ Dieses Konzept hebt das NKT von traditionellen Museen ab und macht es zu einem kulturellen Hotspot mit Event-Charakter.
Ein Gewinn für Tübingen und die Kunstszene
Mit dem Neuen Kunstmuseum Tübingen erhält die Stadt ein außergewöhnliches Museum, das Kunst nicht nur präsentiert, sondern auch erlebbar macht. Die Mischung aus hochkarätigen Künstlern, interaktiven Formaten und einer offenen, lebensbejahenden Atmosphäre macht das NKT zu einem vielversprechenden neuen Zentrum für zeitgenössische Kunst.
Die ersten Monate werden zeigen, ob das ehrgeizige Ziel von 100.000 Besuchern erreicht wird. Doch schon jetzt steht fest: Das NKT ist eine wertvolle Erweiterung der deutschen Kunstlandschaft und setzt ein starkes Zeichen für die Rolle privater Kulturförderung. Tübingen hat eine neue kulturelle Adresse – und die Kunstwelt schaut gespannt darauf.
Weiterführende Informationen
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